Planung einer Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaikanlage planen - hierauf sollte man achten

Das Betreiben einer Photovoltaikanlage ist lukrativ und mit wenig Aufwand verbunden. Der Planung einer Photovoltaikanlage sollten jedoch ein paar grundsätzliche Überlegungen vorausgehen. Im Folgenden haben wir für Sie ein paar Tipps und Informationen für die erfolgreiche Planung einer PV-Anlage bereitgestellt.

Eine Photovoltaikanlage richtig planen und finanzieren

Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Stichworte Ertrag, Ort der Installation, Finanzierung, Investitionsrechnung, sowie steuerliche und rechtliche Zusammenhänge. Wer die Planungsphase für seine Photovoltaikanlage abgeschlossen hat, sollte in jedem Fall einen Photovoltaik-Vergleich durchführen, um von Preisunterschiedenen zwischen verschiedenen Handlern und Angeboten zu profitieren.

Ort der Installation und Ertrag

Die Höhe der Einspeisevergütungen ist abhängig von der Menge des produzierten Stromes, d.h. von der Ertragskraft der Photovoltaikanlage. Diese richtet sich wiederum nach dem Einstrahlungswinkel der Sonne sowie der Leistung der Module. Der Einstrahlungswinkel der Sonne wiederum wird durch den Installationsort, nämlich das Dach, bzw. dessen Ausrichtung und Neigungswinkel bestimmt. Am günstigsten für die Leistungsaufnahme ist erfahrungsgemäß die Dachausrichtung nach Süden mit einem Neigungswinkel von ca. 30°. Eine leichte Ost- oder Westabweichung schadet der Leistungsaufnahme im Wesentlichen nicht. Mehr zu Sonneneinstrahlung und Ertrag

Finanzierung einer Photovoltaikanlage

Zur Planung einer Photovoltaikanlage gehört selbstverständlich auch die Finanzierung. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag zur Photovoltaik-Finanzierung.

Investition und Ertrag

Um die Ertragssituation, und damit die Größe und den Preis der Photovoltaikanlage vorab beurteilen zu können, eignet sich eine Berechnung der PV Erträge. Unser kostenloser Photovoltaik-Rechner berücksichtigt den Standort der Anlage, die Nutzfläche, die Dachausrichtung, die Dachneigung sowie dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage.

Rechtsfragen für Photovoltaikanlagenbetreiber

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Privathaus muss nicht zwingend als Gewerbe angemeldet werden. Jedoch macht eine Gewerbeanmeldung aus wirtschaftlicher Sicht durchaus Sinn. Durch die Anmeldung als Gewerbe entstehen dem Betreiber der Photovoltaikanlage Vorteile in der Verrechnung der Mehrwertsteuer, sowie der Betriebskosten.

Betriebskosten einer Photovoltaikanlage

Nicht nur die Wartungs- und Reparaturkosten, sondern auch die Versicherung der Photovoltaikanlage sowie die Stromzählergebühren des Netzbetreibers sind Betriebskosten. Zu den Betriebskosten zählen auch die Finanzierungskosten, sowie die Anschaffungs- und Herstellungskosten. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten können nicht im Jahr der Anschaffung als einmalige Betriebsausgabe angesetzt werden, sondern werden über die steuerliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die steuerliche Nutzungsdauer liegt nach den offiziellen AfA-Tabellen (AfA: Absetzung für Abnutzung) bei 20 Jahren, also analog dem Zeitraum der Einspeisevergütungen. Die Abschreibung erfolgt linear in gleich hohen Jahresbeträgen, also jedes Jahr 5%.

Photovoltaikanlage und Steuern

Die Einordnung des Betriebs der Photovoltaikanlage in das Steuerrecht erfolgt in die Bereiche: Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

Einkommensteuer

Einkommensteuerrechtlich relevant ist die Photovoltaikanlage in dem Moment, wo sie einen Totalüberschuss erwirtschaftet. Ein Totalüberschuss liegt vor, wenn die Erlöse aus der Einspeisevergütung des Netzbetreibers die Betriebskosten übersteigen.

Gewerbesteuer

Eine Gewerbesteuerpflicht entsteht dann, wenn der Gewinn aus der gewerblichen Tätigkeit mehr als 24.500 € pro Jahr beträgt. Dies wird von einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von bis zu 10 kWp i.d.R. nicht erreicht, weshalb die Gewerbesteuer für den privaten Betreiber einer Photovoltaikanlage zu vernachlässigen ist.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuerpflicht bietet dem Betreiber einer Photovoltaikanlage einen großen finanziellen Vorteil. Die anfangs geleistete Vorsteuer wird bereits im Investitionsjahr vom Finanzamt erstattet. Somit mindert sich die Investitionssumme entspechend um 19 Prozent. Ebenfalls erstattet werden die Vorsteuern aus den anderen Betriebsausgaben. Im Gegenzug muss der Photovoltaikanlagen-Betreiber die Umsatzsteuer aus den Erlösen der Einspeisevergütungen an das Finanzamt zahlen. Da der Stromnetzbetreiber die Mehrwertsteuerzahlungen jedoch rückvergütet, erhält der Betreiber der Photovoltaikanlage einen finanziellen Vorteil in Höhe der Umsatzsteuer.

Sonderabschreibungen (Ansparabschreibungen nach 7bEStG)

Diese sind möglich, wenn es sich bei der Photovoltaikanlage um ein bewegliches Anlagegut (Anlagevermögen handelt). Bei einer auf dem Hausdach fest installierten Photovoltaikanlage geht man in der Rechtssprechung nicht davon aus. Denn bedingt durch die staatliche Förderung wird die Anlage mind. 20 Jahre betrieben, und ist für die gesamte Zeit fest mit dem Dach verankert. Deshalb handelt es sich hier um einen festen Bestandteil des Hauses, sodass das Kriterium bewegliches Anlagegut nicht erfüllt ist, und es somit auch keine Sonderabschreibungen gibt.

Steuererklärung und Aufzeichnungspflichten

Die Aufbewahrungsfrist für die steuerlich relevanten Unterlagen und Belege beträgt 10 Jahre. Durch die Auflistung der Betriebseinnahmen und der Betriebsausgaben in einer Gewinnermittlung lässt sich ein Gewinn oder Verlust der Photovoltaikanlage im entsprechenden Jahr feststellen. Zu der üblichen Einkommensteuererklärung muss die Anlage GSE (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die Anlage EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) sowie die Umsatzsteuererklärung ausgefüllt werden.