Mittwoch, Oktober 01, 2014

Vermögenswirksame Leistungen

Zahlungen vom Arbeitgeber und staatliche Förderung machen VWL-Sparen attraktiv. Die Übersicht zeigt, wie Sie die Vermögenswirksame Leistungen anlegen können, und welche staatliche Förderung Sie erhalten. Hier auf anbieter-vergleichen.de können Sie kostenlos und unverbindlich ein Angebot für einen Sparplan anfordern.

Fragen und Antworten zu VWL

Was sind Vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind ein staatlich gefördertes Programm zur Unterstützung der privaten Vermögensbildung. Mit anderen Worten: private Haushalte sollen Ersparnisse und Rücklagen für Wohneigentum die private Altersvorsorge oder sonstige Anschaffungen bilden. Hierbei hilft der Staat mit einer kleinen Finanzspritze. VWL sind im fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) gesetzlich geregelt. Sie sind eine Leistung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer. In manchen Betrieben sind sie Teil des Tarif- oder Arbeitsvertrags, in anderen Firmen wiederum werden sie freiwillig gezahlt. Ein Abschluss dieser Sparform ist für Arbeitnehmer besonders attraktiv, da keine eignen Sparleistungen erforderlich sind.

Vermögenswirksame Leistungen beantragen – so funktioniert´s

  • 1. Erkundigen Sie sich zunächst, ob und wie viel Vermögenswirksame Leistung Ihr Arbeitgeber monatlich zahlt. Nicht alle Arbeitgeber zahlen die vollen 40€. Sie können den Differenzbetrag als Eigenleistung hinzuzahlen. Klären Sie im nächsten Schritt, ob Sie zum förderberechtigten Personenkreis gehören (siehe Förderung und Einkommensgrenzen)
  • 2. Wählen Sie einen Sparvertrag aus (Sparverträge für Vermögenswirksame Leistungen), der Ihren Sparzielen enspricht.
  • 3. Übergeben Sie Ihrem Arbeitgeber im letzten Schritt die VL-Bescheinigung. Anhand der Vertragsdaten kann er die monatlichen Überweisungen auf den VL-Vertrag vornehmen.

Wieviel kann monatlich eingezahlt werden?

Der vom Arbeitgeber gezahlte förderfähige Höchstbetrag liegt bei 40€ im Monat (480€ pro Jahr). Nicht jeder Arbeitgeber zahlt die vollen 40€. Arbeitnehmer können einen verbleibenden Differenzbetrag aus eigener Tasche zahlen. Dies lohnt sich insbesondere dann, wenn ein Anspruch auf staatliche Förderung besteht.

Laufzeit

VWL haben eine feste Laufzeit, die 7 Jahre beträgt. 6 Jahre werden die monatlichen Einzahlungen geleistet, im letzten Jahr ruht das Kapital. Die Verträge haben eine Mindestlaufzeit (Sperrfrist) von sieben Jahren, in denen man nicht prämienunschädlich verfügen kann. Das bedeutet, dass man einen Vertrag zwar vorzeitig auflösen kann, in dem Fall aber keinen Anspruch auf die staatliche Förderung hat.

Zahlt jeder Arbeitgeber VWL?

Nicht alle Arbeitgeber gewähren ihren Arbeitnehmern Vermögenswirksame Leistungen, oder zahlen nur einen Teilbetrag. Wie viel der Arbeitgeber letztlich zahlt, hängt vom Tarifvertrag oder individuellen Vereinbarungen ab. Beschäftige im Bank- / Versicherungswesen sowie der Pharmaindustrie erhalten meist die vollen 40€. Arbeitnehmer im Bereich KfZ / Metall erhalten meist Teilbeträge um die 26 Euro monatlich, bei Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst liegen die Zahlungen häufig nur zwischen 6 und 12 Euro. Sehr kleine Betriebe zahlen manchmal auch keine VWL. Im Zweifel lohnt es sich, beim Arbeitgeber direkt nachzufragen.

Vermögenswirksame Leistungen anlegen – diese Möglichkeiten gibt es

Vermögenswirksame Leistungen lassen sich auf verschiedene Arten anlegen. Wir stellen die einzelnen Sparformen vor, und erläutern für welchen Sparer welche Anlageform geeignet ist.

Anlageformen und Prämien
Anlage-/ Sparform Förderung Rendite, Chancen und Risiken Sparziel
Fondsparplan ja hohe Renditechance bis 8% / moderates Risiko Verwendung offen
Bau-Darlehen Tilgung ja abhängig vom Darlehens-Zins / kein Risiko Immobilienbesitzer mit laufendem Darlehen
Bank-Sparplan nein 1-2% variabel geringes Risiko Verwendung offen
Lebensversicherung nein 1.5-2,25% / sehr geringes Risiko Vorsorge
Bausparvertrag nein bis 3,5% / sehr geringes Risiko Kauf / Bau / Renovierung von Immobilien
Fonds / Fondsparplan

Fondsparen ist die beliebteste Anlageform. Hierbei werden die monatlichen Arbeitgeberleistungen in einen Sparplan bei einer Fondgesellschaft eingezahlt. Letztere erwirbt von dem eingezahlten Geld regelmäßig Anteile an einem Fondsvermögen. Für die Anlage gibt es grundsätzlich verschiedene Fondsarten. Bei der Vermögenswirksamen Leistung erhalten jedoch nur Aktienfonds die staatliche Förderung. Die Vorteile des Fondsparplans liegen in der attraktiven Rendite sowie der höheren Arbeitnehmersparzulage. Zudem ist Fondsparen nicht zweckgebunden, d.h. die spätere Verwendung des Kapitals ist frei wählbar. Fonds eignen sich daher besonders für Sparer, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die spätere Verwendung noch nicht absehen können. Wer in Fonds investiert, ist sich des Risikos bewusst, daß Konjunktur und Weltwirtschaft Einfluss auf die Wertentwicklung eines Fonds haben können. Auf längere Sicht gesehen ist die Fonds-Anlage aber dennoch die ertragreichste Variante der Vermögensbildung. Fondsvermögen haben in den letzten Jahrzehnten trotz regelmäßiger weltwirtschaftlicher Schwankungen durchschnittliche Wertsteigerungen von 8% erfahren.

Bausparen / Bausparvertrag

Die monatlichen Zahlungen aus den VL werden in einen Bausparvertrag eingezahlt. Wer einen Bausparvertrag abschließt, hat später Anrecht auf ein zinsvergünstigtes Darlehen. Das eingezahlte Geld ist allerdings zweckgebunden. Es kann also nur für “wohnwirtschaftliche Zwecke” – also für den Erwerb / Bau oder die Renovierung / Einrichtung einer Immobilie verwendet werden. Bausparen eignet sich somit für Sparer, die in nächster Zeit den Kauf oder die Renovierung einer Immobilie bzw. Wohnungseinrichtung planen. Für Bausparer gibt es mit der Wohnungsbauprämie eine weitere staatliche Förderung.

Tilgung von Baudarlehen

Die Vermögenswirksame Leistung kann auch für die Tilgung (Rückzahlung) von Baudarlehen verwendet werden. Wer für eine Immobilie einen Kredit aufgenommen hat, kann somit zusätzliche Sondertilgungen leisten. Hierdurch werden die Kreditkosten verringert, der Kredit kann im Ergebnis schneller zurückgezahlt werden. Wichtig ist hierbei, dass im Kreditvertrag Sondertilgungen vereinbart wurden, die Bank also gegen eine zusätzliche Tilgung nichts einzuwenden hat. Bei bestehenden Bauspardarlehen ist dies meist kein Problem. Die Tilgung von Immobilienkrediten wird ebenfalls mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert.

Lebensversicherung und Banksparplan

Ergänzend sollen an dieser Stelle noch die Lebensversicherung sowie der Banksparplan erwähnt werden. Eine Einzahlung der VWL ist auch hier möglich. Diese beiden Sparformen sind jedoch aufgrund der niedrigen Verzinsung derzeit nicht empfehlenswert. Eine staatliche Förderung gibt es für diese beiden Sparformen zudem auch nicht.

Staatliche Förderungen und Einkommensgrenzen

Ein zusätzlicher Anreiz bei Vermögenswirksamen Leistungen besteht in der staatlichen Förderung. Einmal im Jahr erhält der Sparer vom Staat die Arbeitnehmersparzulage. Wer Bausparen als Sparform wählt, erhält mit der Wohnungsbauprämie einen weiteren staatlichen Bonus. Anhand der folgenden Übersicht können Sie sehen, welche Förderungen es gibt, und wie hoch diese für die einzelnen Anlageformen sind.

Einkommensgrenzen

Für die Förderberechtigung gelten Einkommensgrenzen. Das zu versteuernde Einkommen ist nicht mit dem Bruttoeinkommen gleichzusetzen. Vom Bruttoeinkommen sind zunächst Werbungskosten und Freibeträge abzuziehen. Man kann etwa sagen, dass bis zu einem Bruttoeinkommen von etwa 22.000€ pro Jahr ein Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage besteht. Entsprechend liegt das Bruttoeinkommen bei der Wohnungsbauprämie bei etwa 30.000€.

Anlageformen und Prämien
Anlage-/ Sparform Arbeitnehmersparzulage – ledig / verheiratet Wohnungsbauprämie – ledig / verheiratet Einkommensgrenzen z.vst. Ek. ledig / verheiratet
Fondsparplan bis 80€ / 160€ Jahr nein 20000€ / 40000€
Bau-Darlehen Tilgung bis 43€ / 86€ pro Jahr nein 17900€ / 35800€
Bank-Sparplan nein nein
Lebensversicherung nein nein
Bausparvertrag bis 43€ / 86€ Jahr bis 45€ / 90€ Jahr 17900€ / 35800€ bei Arbeitnehmersparzulage, 25600€ / 51200€ bei Wohnungsbauprämie

Wie kann ich die staatliche Förderung für meine VWL beantragen?

Die staatliche Förderung für Vermögenswirksame Leistungen gibt es nur, wenn sie vom Sparer einmal jährlich beantragt wird.

Arbeitnehmersparzulage beantragen

Die Arbeitnehmer-Sparzulage beantragt der Anleger im Rahmen seiner jährlichen Einkommensteuererklärung. Die Gesellschaft, bei der man seine VWL anlegt, überlässt dem Kunden einmal jährlich eine Bescheinigung, aus der die Einzahlungen aus dem Vertrag hervorgehen. Das Finanzamt setzt dann auf dieser Basis die Sparzulage fest. Ausgezahlt wird diese allerdings erst am Ende der für VL üblichen Mindestlaufzeit von 7 Jahren.

Wohnungsbauprämie beantragen

Die Wohnungsbauprämie beantragt der Bausparer über die Bausparkasse. Hierzu verschicken die Bausparkassen einmal jährlich ein Antragsformular. Dieses muss vom Sparer ausgefüllt, unterschrieben, und an die Bausparkasse zurückgesendet werden.

Ich bekomme keine Förderung – sollte ich trotzdem VWL abschliessen?

Auch wenn man als Sparer keinen Anspruch auf die Arbeitnehmer-Sparzulage hat, lohnt es sich dennoch Vermögenswirksame Leistungen abzuschließen. So bekommt man zumindest die monatlichen Zahlungen vom Arbeitgeber.

Kann ich einen VWL-Vertrag vorzeitig kündigen?

Prinzipiell lässt sich ein VWL-Vertrag jederzeit kündigen. Wer für seinen Vertrag keine Arbeitnehmersparzulage erhält, hat hierdurch keinen Nachteil. Wer Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage hat, verliert diese durch die vorzeitige Kündigung.

Was sind Altersvorsorgewirksame Leistungen?

Die Altersvorsorgewirksamen Leistungen sind eine Abwandlung der Vermögenswirksamen Leistungen. Arbeitnehmer erhalten die AVWL vom Arbeitgeber zum Aufbau einer zusätzlichen privaten oder betrieblichen Altersvorsorge. Die AVWL ersetzen die bisherigen VWL. Altersvermögenswirksame Leistungen erhalten bislang jedoch lediglich Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie. Wer einen AVWL-Vertrag abschliesst, kann das Geld z.B. in eine Riester-Rente einzahlen, und die volle Riester-Förderung beantragen.

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