Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame LeistungenGeld sparen ohne selbst etwas dafür tun zu müssen? Das ist durchaus möglich. Zahlungen vom Arbeitgeber sowie staatliche Förderungen helfen dabei. Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie Vermögenswirksame Leistungen anlegen können, und welche Zulagen Sie erhalten. Hier auf anbieter-vergleichen.de können Sie verschiedene Möglichkeiten gegenüberstellen. Wir erläutern Ihnen, wie Sie das Extra-Geld vom Chef optimal nutzen können. Fordern Sie kostenlos und unverbindlich ein Angebot für Ihren Sparplan an.

Online Beantragen – so geht´s

Um VWL nutzen zu können, ist der Abschluss eines entsprechenden Vertrags nötig, siehe unten. Diesen erhalten Sie z.B. bei Banken, Bausparkassen, einer Fondsgesellschaft oder einer Versicherung. Unabhängig davon ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber die VL-Leistungen zahlt, muss dieser die Sparbeiträge an den von Ihnen gewählten Anbieter überweisen. Die Einzahlung in den Sparvertrag erfolgt automatisch mit der monatlichen Gehaltszahlung. Von Ihrem gewählten Anbieter erhalten Sie mit Vertragsschluss eine Bescheinigung, welche Sie Ihrem Arbeitgeber überreichen.

  • 1. Sparvertrag auswählen, siehe Übersicht
  • 2. Vertrag abschließen, siehe Link in der letzte Spalte der Tabelle unten.
  • 3. Bescheinigung des Anbieters an Arbeitgeber übergeben.

VL anlegen – die Sparformen 2017 im Vergleich

Wir haben die im Jahr 2017 möglichen Sparformen für Sie recherchiert. Die folgende Tabelle zeigt die mögliche Rendite, welche staatliche Förderung es gibt, und welcher Vertrag sich für welchen Sparer eignet. Über den Link in der letzten Spalte gelangen Sie direkt zum Anbieter, und können Ihren Antrag auf Vermögenswirksame Leistungen stellen.

Anlagemöglichkeiten im Überblick
Anlage-/ Sparform
Rendite und Verlustrisiko
mehr Infos / Zum Anbieter
Fondsparplan
ja
hohe Renditechance bis zu 8%
moderates Risiko
Bausparvertrag
ja
bis 1,5% bei Neuverträgen
geringes Risiko
Banksparplan
nein
0,25%-1,5% variabel
geringes Risiko
Baudarlehen Tilgung
ja
abhängig vom Darlehens-Zins
kein Risiko
Kontakt mit der Bank aufnehmen
Lebens- versicherung
nein
garantierter Zins 0,9% (Stand 2017)
geringes Risiko

Fondsparplan

Fonds sind die beliebteste Anlageform für Vermögenswirksame Leistungen. Hierbei werden die monatlichen Arbeitgeberleistungen in einen Sparplan bei einer Fondgesellschaft eingezahlt. Die Gesellschaft erwirbt von dem eingezahlten Geld jeden Monat Anteile an einem Fondsvermögen. Es gibt verschiedene Arten von Fonds. Jedoch nur der Aktienfonds erhält die staatliche Förderung. Die Vorteile des Fondsparplan liegen in der attraktiven Rendite sowie der höheren Arbeitnehmersparzulage. Zudem ist VL Fondsparen nicht zweckgebunden, d.h. die spätere Verwendung des Kapitals ist frei wählbar. Der Fondsparplan eignet sich daher besonders für Sparer, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die spätere Verwendung noch nicht absehen können. Wer in Fonds investiert, ist sich des Risikos bewusst, dass Konjunktur und Weltwirtschaft Einfluss auf die Wertentwicklung haben können. Auf längere Sicht gesehen ist diese VL-Anlage aber dennoch die ertragreichste Variante. Fondsvermögen haben in den letzten Jahrzehnten trotz regelmäßiger weltwirtschaftlicher Schwankungen durchschnittliche Wertsteigerungen von 8% erfahren.

Bausparen

Wer Vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag einzahlt, kann den Anspruch auf ein späteres zinsvergünstigtes Darlehen mit dem Erhalt staatlicher Förderungen kombinieren. Das eingezahlte Geld kann jedoch nur für „wohnwirtschaftliche Zwecke“ verwendet werden. Darunter versteht man den Kauf oder Bau eines Hauses, oder die Renovierung und Einrichtung einer Wohnung. Der Bausparvertrag eignet sich somit für Sparer, die in nächster Zeit den Kauf oder die Renovierung einer Immobilie bzw. Wohnungseinrichtung planen. Für Bausparer gibt es mit der Wohnungsbauprämie eine weitere staatliche Förderung.

Banksparplan

Auch der Banksparplan ist eine beliebte Alternative für VWL sparen. Hierbei schließt der Sparer bei einer Bank einen Ratensparplan ab, in den er monatlich einen bestimmten Geldbetrag einzahlt. Der Vertrag hat grundsätzlich eine feste Laufzeit zwischen drei und zehn Jahren, und kann an die Laufzeit eines VWL-Vertrag angepasst werden. Bei einigen Banksparplänen ist der Zinssatz während der gesamten Laufzeit gleich. Es gibt jedoch auch Produkte mit gestaffelten Zinsen. Das bedeutet, dass der Sparer jedes Jahr mehr Zinsen erhält. Eine staatliche Förderung über die VL gibt es nicht. Allerdings gibt es für den Banksparplan die Möglichkeit der Riester-Förderung.

Tilgung von Baudarlehen

Auch die Tilgung (Rückzahlung) von Baudarlehen wird staatlich unterstützt. Wer für eine Immobilie einen Kredit aufgenommen hat, kann somit zusätzliche Sondertilgungen leisten. Hierdurch wird die Zinsbelastung des Kreditnehmers verringert. Der Kredit kann im Ergebnis schneller zurückgezahlt werden. Wichtig ist hierbei, dass im Kreditvertrag Sondertilgungen vereinbart wurden, die Bank also gegen eine zusätzliche Tilgung nichts einzuwenden hat. Bei bestehenden Bauspardarlehen ist dies meist kein Problem. Die Tilgung von Immobilienkrediten wird ebenfalls mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert.

Lebensversicherung

Ergänzend soll an dieser Stelle noch die Lebensversicherung erwähnt werden. Eine Einzahlung der VL ist grundsätzlch auch hier möglich. Die Versicherungspolice ist jedoch aufgrund der niedrigen Verzinsung derzeit nicht empfehlenswert. Das liegt auch daran, dass es für die Lebensversicherung keine Möglichkeit der staatlichen Förderung gibt.

Was sind Vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind ein staatlich gefördertes Programm zur Unterstützung der privaten Vermögensbildung. Mit anderen Worten: private Haushalte sollen Ersparnisse und Rücklagen für Wohneigentum die private Altersvorsorge oder sonstige Anschaffungen bilden. Hierbei hilft der Staat mit einer kleinen Finanzspritze. VWL sind im fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) gesetzlich geregelt. Sie sind eine Leistung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer. In manchen Betrieben sind sie Teil des Tarif- oder Arbeitsvertrags, in anderen Firmen wiederum werden sie freiwillig gezahlt. Ein Abschluss dieser Sparform ist für Arbeitnehmer besonders attraktiv, da keine eigenen Sparleistungen erforderlich sind.

Höhe der Zahlungen vom Arbeitgeber

Der vom Arbeitgeber gezahlte förderfähige Höchstbetrag liegt aktuell (Stand 2017) bei 40€ im Monat. Das entspricht 480€ pro Jahr. Nicht jedes Unternehmen zahlt jedoch die vollen 40€. Gerade kleinere Firmen zahlen dem Arbeitnehmer nur einen Teilbetrag oder auch gar nichts. Wie viel der Arbeitgeber letztlich zahlt, hängt vom Tarifvertrag oder individuellen Vereinbarungen ab. Beschäftige von Banken oder Versicherungen sowie der Pharmaindustrie erhalten meist die vollen 40€. Arbeitnehmer im Bereich KfZ / Metall erhalten meist Teilbeträge um die 26 Euro monatlich. Bei Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst liegen die Zahlungen häufig nur zwischen 6 und 12 Euro. Im Zweifel lohnt es sich, beim Arbeitgeber direkt nachzufragen.

Arbeitnehmer können auch den verbleibenden Differenzbetrag oder auch den vollen Betrag aus eigener Tasche zahlen. Dies lohnt sich insbesondere dann, wenn ein Anspruch auf staatliche Förderung besteht.

Laufzeit und Kündigung

Es gibt eine feste Laufzeit, die 7 Jahre beträgt. 6 Jahre werden die monatlichen Einzahlungen geleistet, im letzten Jahr ruht das Kapital. Die Verträge haben eine Mindestlaufzeit (Sperrfrist) von sieben Jahren, in denen man nicht prämienunschädlich verfügen kann. Das bedeutet, dass man einen Vertrag zwar vorzeitig auflösen kann, in dem Fall aber keinen Anspruch auf die staatliche Förderung hat. Prinzipiell lässt sich ein VL-Vertrag jederzeit kündigen. Wer für seinen Vertrag keine Arbeitnehmersparzulage erhält, hat hierdurch keinen Nachteil. Wer Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage hat, verliert diese durch die vorzeitige Kündigung.

Staatliche Förderung

Die folgende Übersicht zeigt die mögliche staatliche Förderung im Jahr 2017. Es werden zwei Arten der Förderung unterschieden, die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie. Die Wohnungsbauprämie gibt es jedoch nur beim Abschluss eines Bausparvertrags. Für den Anspruch auf Förderung darf Ihr Einkommen eine bestimmte Höhe nicht überschreiten. Das zu versteuernde Einkommen ist nicht mit dem Bruttoeinkommen gleichzusetzen. Vom Brutto sind zunächst Werbungskosten und Freibeträge abzuziehen. Man kann sagen, dass bis zu einem Brutto von etwa 22.000€ pro Jahr ein Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage besteht. Entsprechend liegt das Einkommen bei der Wohnungsbauprämie bei knapp unter 30.000€. Sollten Sie keinen Anspruch auf Förderung haben, lohnt sich die Nutzung von VL-Leistungen dennoch. So erhalten Sie zumindest die monatlichen Zahlungen vom Arbeitgeber.

Anlageformen und Prämien
Anlage-/ Sparform
Arbeitnehmersparzulage – ledig / verheiratet
Wohnungsbauprämie – ledig / verheiratet
Einkommensgrenzen z.vst. Ek. ledig / verheiratet

Fondsparplan
bis 80€ / 160€ Jahr
nein
20000€ / 40000€

Bau-Darlehen Tilgung
bis 43€ / 86€ pro Jahr
nein
17900€ / 35800€

Bank-Sparplan
nein
nein

Lebens-versicherung
nein
nein

Bausparvertrag
bis 43€ / 86€ Jahr
bis 45€ / 90€ Jahr
17900€ / 35800€ bei Arbeitnehmersparzulage, 25600€ / 51200€ bei Wohnungsbauprämie

Förderung beantragen

Die Arbeitnehmersparzulage beantragt der Anleger im Rahmen seiner jährlichen Einkommensteuererklärung. Der Anbieter stellt seinem Kunden einmal jährlich eine Bescheinigung aus, aus welcher die Einzahlungen aus dem Vertrag hervorgehen. Das Finanzamt setzt dann auf dieser Basis die Sparzulage fest. Ausgezahlt wird diese allerdings erst am Ende der Mindestlaufzeit von 7 Jahren. Die Wohnungsbauprämie beantragt der Bausparer über die Bausparkasse. Hierzu verschicken die Kassen einmal jährlich ein Antragsformular. Dieses muss vom Sparer ausgefüllt, unterschrieben, und an die Bausparkasse zurück gesendet werden.

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