Baukindergeld für 2018 beschlossen – alle Fakten auf einen Blick

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Alle Fakten zum Baukindergeld auf einen Blick

Bezahlbarer Wohnraum ist in Deutschland knapp geworden. Deshalb möchte der Staat – 13 Jahre nach der im Jahr 2005 abgeschafften Eigenheimzulage – insbesondere Familien mit Kindern wieder finanziell unterstützen, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Wie das Baukindergeld funktioniert, wer es bekommt, und wo Sie es beantragen können.

Alle Fakten auf einen Blick

Anbei die wichtigsten Fakten zum Baukindergeld auf einen Blick. Die Details entnehmen Sie bitte dem folgenden Artikel:

  • Höhe: 1.200 Euro pro Kind und Jahr
  • Dauer der Förderung: 10 Jahre
  • Zeitpunkt: voraussichtlich ab August 2018, die Auszahlung erfolgt rückwirkend zum 01.01.2018
  • Wo bekomme ich es? KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
  • Einkommen: höchstens 75.000 Euro pro Jahr und Familie zuzüglich Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro pro Kind.
  • Sonstige Voraussetzungen: eine nach dem 1. Januar 2018 erteilte Baugenehmigung oder entsprechend abgeschlossener Kaufvertrag, Bau oder Kauf einer Immobilie in Deutschland, das Wohneigentum muss selbst genutzt werden.

Was ist das Baukindergeld?

Das Baukindergeld ist eine staatliche Förderung, die Familien und Alleinerziehenden mit niedrigen und mittleren Einkommen gewährt wird, um Wohneigentum zu kaufen oder selbst zu bauen. Die Förderung wird als finanzieller Zuschuss für eine Dauer von 10 Jahren gezahlt.

Für den Erhalt sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Diese sind durch Vorlage entsprechender Unterlagen zu belegen. Das ab August 2018 gezahlte Geld soll die bis 2005 bewilligte Eigenheimzulage mit Kinderzulage ersetzen. Diese fiel allerdings deutlich großzügiger aus als das neue Baukindergeld. Experten gehen davon aus, dass derzeit zirka 200.000 bauwillige Haushalte mit Kindern anspruchsberechtigt sind.

Wie funktioniert es?

Die Förderung soll mehr junge Familien und Alleinstehende mit Kindern dazu motivieren, sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Außerdem entsteht auf diese Weise mehr bezahlbarer Wohnraum. Denn dieser ist in deutschen Großstädten und Ballungsräumen in den letzten zehn Jahren deutlich knapper geworden: Es gibt kaum noch Wohnungen, die sich Familien mit mehreren Kindern und andere Verbraucher mit geringerem Einkommen leisten können. Darüber hinaus sind immer mehr ältere Menschen von Altersarmut bedroht. Um zu verhindern, dass es jungen Leuten mit Nachwuchs später ähnlich geht, wird der Plan, sich mit einem eigenen Haus eine solide Vorsorge für das Alter zu schaffen, mit dem Baukindergeld unterstützt. Kenner des Immobilienmarkts gehen davon aus, dass die Wiedereinführung einer Bauzulage der zunehmenden Baumüdigkeit junger Menschen entgegenwirken soll: Trotz anhaltend niedriger Darlehenszinsen sind aktuellen Umfragen zufolge immer weniger junge Leute bereit, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen. Inwieweit die Finanzierung des Grundstückskaufs in Zukunft vom Staat unterstützt wird, ist noch nicht geklärt. Im Gespräch sind im Kaufpreis reduzierte bundeseigene Baugrundstücke. Grundsätzlich gilt: Baukindergeld gibt es nur für den geplanten Hausbau oder Kauf ab 2018. Für bereits im Jahr 2017 erworbene Immobilien oder begonnene Bauvorhaben wird es nicht gewährt. In welcher Region Deutschlands sich das infrage kommende Wohneigentum befindet, ist dabei unerheblich.

Beantragen – so geht’s

Die Auszahlung der Bauzulage erfolgt über die staatliche KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Dort muss auch der Antrag eingereicht werden. Antragsvordrucke sind derzeit (Stand: 15. Mai 2018) noch nicht erhältlich. Zu den vorzulegenden Dokumenten gehören unter anderem eine nach dem 1. Januar 2018 erteilte Baugenehmigung und der Hausbau- oder Kaufvertrag, dessen Datum ebenfalls nicht vor Anfang Januar 2018 liegen darf. Darüber hinaus sind der Darlehensvertrag, die letzten beiden Einkommenssteuerbescheide und der Nachweis über den Bezug von Kindergeld erforderlich.

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Erhalt der aus Bundesmitteln finanzierten Beihilfe ist, dass das zu versteuernde Jahreseinkommen der Familie oder des Alleinerziehenden 75.000 Euro nicht überschreitet. Hinzu kommt noch ein Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro pro Kind. Zum zu versteuernden Jahreseinkommen zählen das Bruttoarbeitsentgelt und Miet- und Zinseinkünfte, von denen persönliche Freibeträge, Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Familien mit drei Kindern dürfen also maximal 120.000 Euro jährlich an zu versteuerndem Einkommen haben, um mit einem positiven Bescheid rechnen zu können. Für die Ermittlung des Anspruchs auf Baukindergeld wird das Durchschnittseinkommen überprüft, welches in den 24 Monaten vor Abgabe des Antrags erzielt wurde. Rein statistisch hätten also viele junge Familien einen Anspruch auf die Zahlung der Beihilfe zum Hausbau.

Eine weitere Bedingung für den Erhalt der 12.000 € jährlich pro Kind ist, dass das im elterlichen Haushalt lebende Kind nicht älter als 18 Jahre ist. Denn mit Eintritt der Volljährigkeit endet im Regelfall die Zahlung. Für nicht im gemeinsamen Eigentum lebende minderjährige Kinder wird keine Bauförderung gewährt. Außerdem sind nur Familien, die entweder einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld vom Staat erhalten, berechtigt. Dass die im Antrag genannte Immobilie von der jeweiligen Familie selbst genutzt wird, zählt ebenso zu den Voraussetzungen. Wichtig ist auch, dass die Immobilie ihr bisher erstes Wohneigentum ist. Junge Leute, die als Single Wohnungseigentum hatten, dies später verkauft oder vermietet haben und nun als Verheiratete mit Kindern Baukindergeld beantragen, können ebenfalls von der staatlichen Beihilfe profitieren.

Höhe

Familien, die sich Wohneigentum schaffen möchten, und denen das Baukindergeld bewilligt wird, bekommen pro Kind und Jahr maximal zehn Jahre lang 1.200 Euro jährlich. Bei drei Kindern sind dies also insgesamt 36.000 Euro. Die gewährte Bauförderung wird einmal jährlich von der KfW-Bank überwiesen.

Anspruch ist rückwirkend gültig

Das beantragte Baukindergeld wird ab Anfang August 2018 rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 ausgezahlt. Das bedeutet also, dass alle Antragsteller die ihre Unterlagen am und nach dem 1.8.2018 bei der KfW-Bank einreichen und die Voraussetzungen erfüllen, einen positiven Bescheid erhalten. Dies gilt auch dann, wenn sie ihren Bau- oder Kaufvertrag in der Zeit zwischen dem 1. Januar 2018 und Anfang August 2018 unterschrieben haben, oder ihre Baugenehmigung während dieses Zeitraums erhalten.

Pro und Contra

Auch wenn es natürlich immer sinnvoll ist, eine staatliche Förderung in Wohneigentum zu investieren, hat das Baukindergeld nicht nur Befürworter. Im Folgenden werden sowohl Vorteile als auch Nachteile erläutert.

Vorteile

Die staatlichen Fördermittel kommen jungen Menschen mit Kindern zugute, die sich und ihren Kindern mit dem Erwerb von Wohneigentum eine gesicherte Existenz im Alter schaffen möchten. Das Baukindergeld erhöht das bei der Bewerbung um ein Baudarlehen erforderliche Eigenkapital, und wird bei der Gewährung des Kredits berücksichtigt. Der Bauherr kann sich über einen im Durchschnitt 0,25 Prozent niedrigeren Zinssatz freuen. Alternativ dazu hat er die Möglichkeit, den Förderbetrag zur jährlichen Sondertilgung seines Baudarlehens einzusetzen.

Nachteile

Da man davon ausgehen kann, dass eine große Anzahl junger Familien einen Antrag stellen wird, könnte die gestiegene Nachfrage den Kaufpreis von Bestandsimmobilien und Bauland drastisch erhöhen. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass manche Bauträger versucht sind, den Kaufpreis um die Fördersumme zu erhöhen. Dies kam nämlich bei der bis 2005 bewilligten Eigenheimzulage häufig vor. Auf diese Weise würde die beabsichtigte finanzielle Entlastung zumindest teilweise zunichte gemacht werden. Auch die Höchstdauer der Zahlung könnte für Familien, die sich den Hausbau nur mithilfe des Baukindergeldes leisten können, zum Problem werden: Läuft ihr Baudarlehen länger als zehn Jahre, erhöhen sich ihre Bauzinsen durch den Wegfall der Zinsbindung. Endet der Baukredit zeitgleich mit der Zahlung des Baukindergeldes, müssen sie sich um eine Anschlussfinanzierung kümmern, um die Kreditraten ohne die staatliche Beihilfe bezahlen zu können. Diese neuen Darlehen sind jedoch oft nur zu einem ungünstigeren Zinssatz zu haben. Damit hätten sie weniger Monatseinkommen zur Verfügung. Um dies zu vermeiden, empfehlen Experten parallel zum Baukindergeld noch einige Bausparverträge zu haben, die zehn Jahre später das Familieneinkommen erhöhen.

Auch wenn die staatliche Unterstützung des Eigenheimbaus oder Erwerbs grundsätzlich befürwortet werden kann, ist zu bezweifeln, dass sie bisher noch Unentschlossene und Bauunwillige motiviert. Manche Experten befürchten zudem, dass Familien, die die staatliche Beihilfe erhalten, in strukturschwachen Regionen bauen und ihr Eigentum einige Jahrzehnte später wieder aufgeben. Damit würden sie den in ländlichen Gebieten ohnehin schon hohen Leerstand von Häusern noch zusätzlich erhöhen. Weil das Baukindergeld nicht zum Baubeginn oder beim Abschluss des Kaufvertrags in einem Betrag überwiesen wird, entlastet es den Bauherrn nicht von den sofort zu zahlenden Bau- oder Kaufnebenkosten. Und diese sind bekanntlich sehr hoch: Für den Makler, Notar, den Eintrag ins Grundbuch und die obligatorische Grunderwerbssteuer fallen Kosten in Höhe von 10 bis 15 % des Kaufpreises an. Bezahlt er also 300.000 Euro für sein Haus, sind dies je nach geltendem Steuersatz und Bundesland immerhin wenigstens 30.000 Euro. Und diese können nicht über das Baudarlehen finanziert werden.

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