Lohnt sich die Lebensversicherung zur Vorsorge noch?

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Ist eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge geeignet

Die Lebensversicherung ist immer noch eines der beliebtesten Vorsorgeprodukte der Deutschen. Fast 100 Millionen Verträge gibt es derzeit bundesweit. Doch die Zeiten der satten Renditen sind lange vorbei. Die einst beliebte Anlage hat an Reiz verloren. Wer heutzutage eine einigermaßen lukrative Police abschließen möchte, sollte bei der Auswahl besonders genau hinsehen. Wir erläutern, worauf Verbraucher hierbei achten sollten.

Prinzip Lebensversicherung richtig verstehen

Zunächst ist es wichtig, dass der Interessent das Produkt versteht. Auch wenn laut Statistik jeder Deutsche etwa 1,2 Lebensversicherungen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass die Vertragsinhaber das Produkt wirklich kennen. Denn bei einer Lebensversicherung fließt nur ein bestimmter Teil in den so genannten Spartopf (Kapitalanteil). Der andere Teil steht dem Versicherungsunternehmen im Todesfall zur Verfügung (Todesfallschutz). Verzinst wird jedoch nur der angesparte Teil. Das bedeutet: dieser Teil des Betrages sollte relativ hoch sein, damit am Ende der Laufzeit auch eine entsprechende Rendite zustande kommt.

Abschlusskosten

Auch bei den Abschlusskosten ist Vorsicht geboten. Jede Versicherungsgesellschaft berechnet dem Kunden nach dem Vertragsabschluss eine Gebühr. Die Kosten sind je nach Gesellschaft unterschiedlich hoch. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Kunde über die Höhe etwaiger Abschluss-/ Bearbeitungsgebühren informiert ist. Der Kunde findet die Höhe der Abschlusskosten in den Produktinformationen sowie in den Versicherungsbedingungen. Sind die Abschlusskosten nicht ersichtlich, sollte beim Vermittler direkt nachgefragt werden.

Verwaltungskosten

Ähnlich ist es bei den Verwaltungskosten. Einige Gesellschaften werben zwar mit hohen Renditen, verbuchen gleichzeitig jedoch sehr hohe Kosten für die Vertragsverwaltung. Je höher die Verwaltungskosten sind, umso niedriger fällt am Ende der Laufzeit der Gewinn aus. Experten raten, auch diese Kosten gegenüberzustellen. Schlussendlich gibt es Differenzen, die das sechsfache der Verwaltungskosten betragen. Auch diese Kosten stehen normalerweise in der Produktinformation sowie in den Versicherungsbedingungen.

Die richtige Anlagestrategie

Bezüglich der Anlagestrategie haben Anleger mehrere Möglichkeiten. So gibt es Tarife, wo die Anlagestrategie auf sicheren Zielwerten basiert. Dazu gehören festverzinste Anlagen, wie etwa Bundesanleihen oder Festgeld oder Tagesgeld. Während bei den festverzinslichen Anlagen das Risiko gering ist, ist natürlich umgekehrt die Rendite nach oben begrenzt. Daneben gibt es auch eine fondsgebundenen Variante. Hier investiert der Lebensversicherer das Geld der Anleger in Fonds. Das bedeutet zwar höhere Renditechancen, gleichzeitig steigt jedoch das Verlustrisiko. Letztendlich muss sich der Anleger entweder für mehr Rendite oder mehr Sicherheit entscheiden.

Weitere Tipps und Tricks zur Lebensversicherung

Ablaufleistung

Die Versicherungsgesellschaften garantieren in ihren Verträgen eine bestimmte Summe, die der Anleger als Mindestbetrag ausgezahlt bekommt. Gemeint ist die so genannte Ablaufleistung. Diese Bezugsgröße bietet Sparern ebenfalls eine Möglichkeit, mehrere Verträge miteinander zu vergleichen. An der Ablaufleistung erkennt der Kunde außerdem, wie hoch der jeweilige Sparanteil bei seiner Lebensversicherung ist. Je höher der Sparanteil bei der Versicherung ist, desto mehr bleibt für den Sparer letztendlich hängen.

Steuern

Die Laufzeit einer LV sollte mindestens zwölf Jahre betragen. Außerdem raten Experten, die Lebensversicherung nicht vor dem 62. Lebensjahr zu kündigen. Erfüllt der Kunde einen der beiden Punkte nicht, muss er die gesamte Ertragssumme versteuern.

Rückkaufswert

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Höhe des Rückkaufswertes. Natürlich weiß man als Kunde nicht, wie sich die Prioritäten im weiteren verlauf des Lebens ändern – schließlich sind 30 – 40 Jahre eine lange Zeit. Die Statistik zeigt, dass die Kunden etwa ein Drittel aller abgeschlossenen Lebensversicherungen vor dem Ende der Laufzeit kündigen. Das bedeutet meist einen finanziellen Schaden des Kunden, da die Versicherer vor Ablauf der Mindestlaufzeit nur einen Teil – den so genannten Rückkaufswert ausbezahlen. Aus diesem Grund sollte der Kunde nur eine Police wählen, die auch bei einer vorzeitigen Kündigung keine allzu hohen Abschläge vornimmt.

Stornokosten

Kommt es aus welchen Gründen auch immer zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung, verlangen die Lebensversicherer von Ihren Kunden meist eine saftige Gebühr. Auch hier unterscheiden sich die Anbieter erheblich. Laut einem Urteil des OLG Köln ist der Abzug einer Stornogebühr sogar unzulässig. Andere Gerichte argumentieren, dass Lebensversicherer die lediglich den Mindest-Rückkaufswert auszahlen, keine zusätzlichen Stornogebühren vom Vertragsinhaber erheben dürfen.

Erfolgsbilanzen der Versicherer studieren

Zur Minimierung des Risikos raten Experten Anlegern die Erfolgsbilanzen der Versicherer zu studieren. Anhand der Bilanzen erkennt der Kunde, wie gut die Versicherungsgesellschaft in der Vergangenheit gewirtschaftet hat.

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